Am Mittwoch, 25. März 2026, fand in Oberwildenau eine groß angelegte Einsatzübung der Feuerwehr statt. Einsatzobjekt war die Kunststofffertigung der Firma Höhbauer im Industriegebiet Oberwildenau an der Kohlberger Straße, weshalb das Einsatzstichwort „B4 Brand Industrie“ lautete.

Alarmiert wurde gegen 18:30 Uhr durch die Integrierte Leitstelle Oberpfalz-Nord (ILS O-N) Betriebsstätte Weiden ein Großaufgebot an Feuerwehren aus der Umgebung von Oberwildenau. Parallel dazu ging der Alarm auch über die ILS O-N Betriebsstätte Amberg an die Feuerwehren aus den Landkreisen Schwandorf und Amberg-Sulzbach. Somit machten sich Feuerwehren aus drei Landkreisen und der Stadt Weiden umgehend auf den Weg zum Einsatzort.

Erste Lageerkundung

Als erstes traf der Kommandant der FF Oberwildenau, Johannes Kres, mit seinem Führungsfahrzeug an der Einsatzstelle ein und begann mit einer umfassenden Lageerkundung. Es stellte sich heraus, dass es in der Kunststofffertigung der Firma zu einem Brandereignis gekommen war, bei dem mit einer starken Rauchentwicklung in den Fertigungshallen insgesamt neun Personen als vermisst galten. Kres ließ eine Einsatzleitung aufbauen und teilte die anfahrenden Feuerwehren auf insgesamt vier Einsatzabschnitte (EA) auf.

Menschenrettung hat Vorrang

Durch den Einsatzleiter wurde mit den Erkenntnissen aus der Lageerkundung umgehend eine Lagebeurteilung durchgeführt. Dadurch, dass nach Angaben der Geschäftsführung, die immer am Standort der Einsatzleitung als Ansprechpartner zur Verfügung stand, neun Personen als vermisst galten, war schnell klar, dass die Menschenrettung oberste Priorität hatte. So gingen aus den Einsatzabschnitten 1 und 2 mehrere Trupps unter umluftunabhängigem Atemschutz ins Gebäude, um mit der Absuche nach den Vermissten zu starten. Eine der vermissten Personen machte sich unterdessen schon auf dem Turm der Kunststofffertigung bemerkbar. Hier kam die Drehleiter der Feuerwehr Weiden zum Einsatz, mit deren Hilfe die Person schnell vom Turm gerettet werden konnte. Die anderen Vermissten konnten auch sehr zügig in den stark verrauchten Produktionshallen gefunden und ins Freie verbracht werden. Für die Atemschutztrupps eine anstrengende und schweißtreibende Angelegenheit. Im Anschluss an die erfolgreiche Rettung aller Vermissten wurde in beiden Einsatzabschnitten die Brandbekämpfung im Innenangriff fortgesetzt, der Außenangriff war bereits in Gange.

Aufbau Wasserversorgung und Atemschutzsammelstelle

Parallel zu den Löscharbeiten wurden zwei voneinander unabhängige Löschwasserentnahmen (Einsatzabschnitt 3) eingerichtet: Die erste Stelle war ein Hydrant im Industriegebiet, von dem aus eine Schlauchleitung ins Werksgelände verlegt werden musste. Die zweite Stelle war ein Löschwasserbehälter auf dem Werksgelände. Die Atemschutzsammelstelle wurde mit Hilfe des landkreiseigenen und von der Feuerwehr Altenstadt/WN. betriebenen Gerätewagens in der Nähe der Einsatzleitung eingerichtet (Einsatzabschnitt 4).

Übungsende und zusammenfassende Aussprache

Durch die wirksamen Löschversuche und die hervorragende Zusammenarbeit aller Beteiligten konnte ein baldiges Übungsende und das Kommando zum Abbau durch den Einsatzleiter gegeben werden. Nach Beendigung der Aufräumarbeiten traf man sich in einer Ausstellungshalle der Fa. Höhbauer zur Aussprache. Kommandant Kres gab den vier Einsatzabschnittsleitern Bürgermeister Sebastian Hartl (EA1, FF Oberwildenau), Florian Wittmann (EA2, FF Luhe-Markt), Thomas Schwarz (EA3, FF Oberköblitz) und KBM Michael Roith (EA4) die Gelegenheit, ihre Arbeit in den jeweiligen Abschnitten darzustellen. Grußworte von stv. Bürgermeisterin Sigrid Ziegler und Geschäftsführer Christoph Höhbauer im Beisein seines Vaters Hans-Günther Höhbauer, die den Feuerwehren für ihren enormen ehrenamtlichen Einsatz besonders dankten, und die Einladung zur Verpflegung nach der Übung folgten. Doch bevor es zum gemütlichen Erfahrungsaustausch der Beteiligten ging, hielt Vertriebsleiter Helmut Artmann noch eine besondere Überraschung für die eingesetzten Kräfte bereit: Er konnte im Namen der Fa. Höhbauer jeder Einsatzkraft persönlich einen Wertgutschein für Produkte der Firma überreichen. Hier einen herzlichen Dank für die hohe Wertschätzung gegenüber den ehrenamtlichen Einsatzkräften. Ebenfalls ein großes Dankeschön für die Bereitschaft zur Freistellung von Mitarbeitern, um im Einsatzfall schnelle Hilfe zu leisten. Die zuständige Kreisbrandmeisterin Carola Adam sprach zum Abschluss und dankte den insgesamt 138 Einsatzkräften für ihre Mitwirkung sowie den Verantwortlichen der Fa. Höhbauer für die Gelegenheit, am Werksgelände zu üben.

 

 

Beteiligte Feuerwehren und Führungskräfte der Kreisbrandinspektion:

FF Oberwildenau

FF Luhe-Markt

FF Neudorf b.Luhe

FF Altenstadt/WN.

FF Engleshof

FF Etzenricht

FF Hannersgrün

FF Kohlberg

FF Pirk

FF Weiden i.d.OPf.

FF Neuersdorf (LK A-S)

FF Oberköblitz ( LK SAD)

KBI Martin List

KBMin Carola Adam

KBM Michael Roith

KBM Alexander Kleber

 

Text und Bilder: Alexander Kleber, Kreisbrandmeister für Gefahrgut und Öffentlichkeitsarbeit